Bangkok – Beamte der thailändischen Metropolitanpolizei lokalisierten und befragten den ehemaligen Formel-1-Fahrer Mika Juhani Salo am Nachmittag des Dienstags, den 26. Mai, in seinem Hotel im Stadtteil Sukhumvit im Rahmen der Ermittlungen zu einem Vorfall, bei dem der 59-jährige Finne eine tiefe Beinwunde erlitt.
Laut thailändischen Medienberichten kooperierte Salo vollumfänglich mit den Ermittlern. Er schilderte den Vorfall, der sich am Abend des 19. Mai ereignete, als er in der Nähe seines Hotels im Viertel Sukhumvit 2 im Bezirk Khlong Toei einen Fußgängerüberweg überquerte. Ein Motorradfahrer fuhr sehr nah an ihm vorbei, und er spürte nur einen leichten Stoß. Augenblicke später machte ihn ein Passant darauf aufmerksam, dass Blut aus seinem Bein strömte. Sein Schuh war bald mit Blut bedeckt.
Salo wurde mit dem Taxi in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht, wo Ärzte eine tiefe, offene Wunde behandelten, die einen Muskelriss verursacht hatte. Die Verletzung erforderte insgesamt 28 Stiche, acht im Muskel und 20 in der Haut. Das medizinische Personal beschrieb den Schnitt als ungewöhnlich sauber und gerade, was die Vermutung nahelegte, dass er durch eine scharfe Klinge und nicht durch einen Unfall verursacht worden war. Krankenhausmitarbeiter berichteten Salo außerdem, dass in derselben Nacht mehrere andere Patienten mit ähnlichen Schnittwunden eingeliefert worden waren, was auf eine mögliche wahllose Messerattacke desselben Täters hindeutet. Salo selbst glaubt jedoch, dass es sich um einen Unfall gehandelt haben könnte.
Der Polizeipräsident von Bangkok, Generalleutnant Siam Boonsom, ordnete an, dass alle 88 Polizeistationen Bangkoks umgehend die Aufnahmen der Überwachungskameras auswerten, den Tatort (der sich nachweislich im Zuständigkeitsbereich der Polizeistation Lumpini befindet) untersuchen und die Fluchtroute des Verdächtigen nachverfolgen. Höhere Beamte, darunter Generalmajor Pallop Aermla, leiteten die Ermittlungen vor Ort und koordinieren sich mit der finnischen Botschaft, um weitere Informationen zu sammeln und dem Opfer zu helfen.
Salo, der am 19. Mai über den Flughafen Suvarnabhumi nach Thailand einreiste und sich zu einem Urlaub in Bangkok aufhielt, erholt sich gut. Er kommt täglich zur Wundversorgung ins Krankenhaus und erhält Antibiotika. Seine Frau ist aus Finnland angereist, um bei ihm zu sein.
Der Fall hat in Finnland und in internationalen Motorsportkreisen große Beachtung gefunden. Salo fuhr von 1994 bis 2002 in der Formel 1 für Teams wie Ferrari (1999 als Ersatz für Michael Schumacher mitten in der Saison) und Toyota. Später feierte er Erfolge im Sportwagenrennsport, unter anderem mit Siegen bei den 24 Stunden von Le Mans.



