Startseite Wirtschafts- und Finanznachrichten Die USA setzen Thailand weiterhin auf ihre Beobachtungsliste wegen Produktfälschungen und Online-Piraterie...

Trotz Fortschritten bei der Strafverfolgung behält Thailand die Beobachtungsliste für gefälschte Waren und Online-Piraterie der USA.

Bangkok – Thailand wird laut dem am 1. Mai (thailändischer Zeit) veröffentlichten jährlichen Sonderbericht 301 auch 2026 auf der Beobachtungsliste des US-Handelsbeauftragten (USTR) für den Schutz geistigen Eigentums bleiben. Diese Entscheidung erfolgte, obwohl US-Beamte bemerkenswerte Fortschritte bei Thailands Bemühungen zur Bekämpfung von Produktpiraterie und Fälschung anerkannten.

Der Bericht führt Thailand unter 19 Ländern und Regionen auf der Beobachtungsliste auf, die bilaterale Aufmerksamkeit erfordern, um die zugrunde liegenden Probleme im Bereich des geistigen Eigentums anzugehen. Zu den weiteren Ländern auf der Liste gehören Kanada, die Europäische Union, Mexiko und Brasilien. In diesem Jahr wurde kein Land in die strengere Liste der prioritären Beobachtungsländer oder in den Status eines prioritären ausländischen Landes eingestuft, was Thailand direkt betroffen hätte.

Fortschritte von USTR anerkannt

Der USTR sprach von mehreren positiven Entwicklungen in Thailand:
– Stärkere Koordinierung zwischen den Strafverfolgungsbehörden.
– Vermehrte Beschlagnahmungen durch Zollbeamte.
– Abschaltung wichtiger Pirateriedienste.
– Laufende Änderungen des Patentgesetzes und des Urheberrechtsgesetzes, um den Beitritt zu internationalen Verträgen wie dem Haager Übereinkommen und dem WIPO-Vertrag über Darbietungen und Tonträger zu erleichtern.

Die thailändischen Behörden haben ihre Operationen intensiviert, darunter Razzien in Lagerhäusern und Vertriebsnetzen, wobei der Schwerpunkt auf wichtigen Einzelhandelsgebieten liegt.

In den ersten sechs Monaten des Fiskaljahres 2026 (Oktober 2025 bis März 2026) bearbeiteten die Behörden 332 Fälle von Urheberrechtsverletzungen und beschlagnahmten mehr als 1.3 Millionen gefälschte Artikel. Der geschätzte Schaden beläuft sich auf über 2.3 Milliarden Baht (ca. 71 Millionen US-Dollar). Dies stellt einen deutlichen Anstieg gegenüber den Vorperioden dar.

Anhaltende Bedenken

Trotz dieser Fortschritte stellte das USTR fest, dass gefälschte und raubkopierte Waren weiterhin weit verbreitet sind, insbesondere über Online-Plattformen. Die Strafverfolgung konzentriert sich weiterhin stark auf Kleinunternehmer und weniger auf große Lieferanten und Vertriebsnetze. Weitere Bedenken betreffen:
– Zunehmende Online-Piraterie.
– Langwierige Gerichtsverfahren und vergleichsweise milde Strafen.
– Bearbeitungsrückstände bei Patentprüfungen, insbesondere im Pharmabereich.
– Die fortgesetzte Nutzung nicht lizenzierter Software durch Regierungsbehörden und Unternehmen.

Der Bericht fordert Thailand auf, die Rechtsreformen zu beschleunigen, hochrangige Vertriebspartner gezielter ins Visier zu nehmen und die Transparenz in Bereichen wie geografischen Angaben zu verbessern.

Reaktion der thailändischen Regierung
Auramon Supthaweethum, Generaldirektor des thailändischen Amtes für geistiges Eigentum (DIP), erklärte, die Streichung Thailands von der Beobachtungsliste habe weiterhin Priorität. Thailändische Beamte werten den Bericht als Anerkennung stetiger Fortschritte und bekräftigen gleichzeitig ihr Engagement für eine weitere Angleichung an internationale Standards, um das Vertrauen der Investoren zu stärken und das Wirtschaftswachstum zu fördern.

Der stellvertretende Premierminister und Finanzminister Ekniti Nitithanprapas erklärte, dass ein stärkerer Schutz des geistigen Eigentums die Verbraucher vor minderwertigen Waren schützt, einen fairen Wettbewerb für legitime Unternehmen gewährleistet und Thailands Position im Welthandel stärkt.

Thailand wurde bereits vor Jahren von der strengeren Beobachtungsliste gestrichen und hat seitdem kontinuierlich an der Verbesserung seiner Lage gearbeitet. Offizielle Stellen planen, aktuelle Daten zu Durchsetzungsmaßnahmen in den laufenden bilateralen Gesprächen mit den USA zu nutzen, um ihr Engagement zu demonstrieren und die letztendliche Streichung von der Liste zu erreichen.

Der Sonderbericht 301 dient als wichtige jährliche Bewertung des globalen Schutzes und der Durchsetzung von Rechten des geistigen Eigentums und beeinflusst die US-Handelspolitik und -verhandlungen. Thailand und die USA unterhalten enge Wirtschaftsbeziehungen, wobei Fragen des geistigen Eigentums weiterhin ein wichtiger Bestandteil der bilateralen Beziehungen sind.

Foto: Archivfotos von Pattaya, Thailand, wo es in der Vergangenheit Bedenken wegen des Verkaufs mutmaßlicher Fälschungen gab.

 

Adam Judd
Herr Adam Judd ist seit Dezember 2017 der Chief of Content, Englisch, von TPN Media. Er stammt ursprünglich aus Washington DC, Amerika, hat aber auch in Dallas, Sarasota und Portsmouth gelebt. Er hat einen Hintergrund im Einzelhandel, im Personalwesen und im Betriebsmanagement und schreibt seit vielen Jahren über Nachrichten und Thailand. Er lebt seit über einem Jahrzehnt als Vollzeitbewohner in Pattaya, ist vor Ort bekannt und besucht das Land seit über 15 Jahren als regelmäßiger Besucher. Seine vollständigen Kontaktinformationen, einschließlich der Bürokontaktinformationen, finden Sie auf unserer Kontaktseite unten. Geschichten senden Sie bitte per E-Mail an Editor@ThePattayanews.com Über uns: https://thepattayanews.com/about-us/ Kontakt: https://thepattayanews.com/contact-us/
×