PATTAYA – Beamte der Touristenpolizei von Pattaya führten in Zusammenarbeit mit Ermittlern der Region 2 am Abend des 28. April 2026 eine Razzia in einem Hotel im Zentrum von Pattaya durch und verhafteten eine Thailänderin und drei Nigerianer, die mutmaßlich Teil eines landesweiten Netzwerks sind, das sogenannte „Money Mule“-Bankkonten für Liebesbetrug und Geldwäsche nutzt.
Die Operation fand am 28. April gegen 8:06 Uhr in einem Hotel im Unterbezirk Nong Prue statt. Unter der Leitung von Polizeioberstleutnant Prabaada Suksuntree von der Touristenpolizei und mit Unterstützung weiterer Beamter nahm das Team die 41-jährige Thailänderin Patcharin (Nachname nicht genannt) aus der Provinz Chonburi sowie drei nigerianische Staatsangehörige fest.

Zu den sichergestellten Beweismitteln gehörten 12 Mobiltelefone und 12 Bankkontobücher.
Während der Vernehmung gestand Frau Patcharin angeblich ihre Beteiligung an der Operation. Sie gab zu, ihren nigerianischen Ehemann und dessen Komplizen, die wie folgt identifiziert wurden, angeworben und ihnen Bankkonten zur Verfügung gestellt zu haben:
– Herr Miracle Oluebube Duruawuzie
– Herr John Bosco Chukwukadibia
– Herr Chibueze Solomon Ozoma
Sie erhielt 2,000 Baht pro bereitgestelltem Bankkonto. Zusätzlich wickelte sie täglich Bargeldabhebungen und -überweisungen für die Gruppe ab und verdiente dafür 10 % Provision auf die transferierten Beträge. Sie behauptete, dass die Tagesprovisionen an Spitzentagen bis zu 30,000 Baht betragen konnten.
Frau Patcharin enthüllte zudem Details eines größeren kriminellen Netzwerks. Sie erklärte, dass nigerianische Betrüger, die in Liebesbetrug verwickelt sind, in ganz Thailand und im Ausland aktiv sind. Nachdem sie ihre Opfer betrogen haben, überweisen die Betrüger das Geld auf Konten von Geldwäschern, die vor Ort rekrutiert wurden. Lokale Handlanger heben die Gelder dann ab und überweisen sie zur Geldwäsche zurück an die Organisatoren in Nigeria.

Alle Verdächtigen und Beweismittel wurden zur weiteren Bearbeitung auf die Polizeistation Banglamung gebracht. Ihnen werden unter anderem folgende Straftaten zur Last gelegt:
– Als Vermittler bei der Werbung, dem Kauf, dem Verkauf, der Vermietung oder der Verleihung von Bankkonten, elektronischen Karten oder elektronischen Geldkonten zur Verwendung bei technologiebezogenen Straftaten oder anderen Straftaten.
– Vermittlung des Kaufs oder Verkaufs von Mobiltelefonnummern, die auf den Namen anderer Personen registriert sind.
– Verstöße gegen die Abschnitte 10 und 11 des Königlichen Dekrets von 2023 über Maßnahmen zur Verhütung und Bekämpfung von Technologiekriminalität.
– Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung gemäß Paragraph 209 des thailändischen Strafgesetzbuches.
Polizeileutnant Anusart Jarusombat, stellvertretender Inspektor der zuständigen Einheit, erklärte, die Verhaftungen seien Teil einer Anweisung von Vorgesetzten, gegen alle Formen der Kriminalität vorzugehen, mit besonderem Fokus auf Geldwäschekonten und Liebesbetrug, die der thailändischen Bevölkerung erhebliche Schwierigkeiten bereitet hätten.

Die Behörden gaben an, dass sie die Ermittlungen weiter ausdehnen werden, um weitere Mitglieder des landesweiten Netzwerks zu identifizieren und festzunehmen.



