KHON KAEN, Thailand
Die thailändische Polizei verhaftete am 28. April 2026 einen 57-jährigen Australier namens Richard Carl Skrinjar in einem Haus im Unterbezirk Ban Ped der Provinz Khon Kaen. Der Verdächtige, ein in Australien registrierter Sexualstraftäter, der unter lebenslanger Bewährung steht, hatte sich der Bewährung entzogen, indem er etwa fünf Monate lang allein über den Ozean segelte, um sich mit seiner thailändischen Partnerin wiederzuvereinen.
Laut Angaben von Beamten des thailändischen Zentralen Ermittlungsbüros (CIB) in Zusammenarbeit mit der Einwanderungspolizei wurde gegen Skrinjar eine Interpol-Fahndungsnotiz (Nr. C-218/4-2026) ausgestellt, nachdem die australischen Behörden seinen Pass annulliert und ihm die Aufenthaltserlaubnis in Thailand entzogen hatten. Ihm wurden in Australien Verstöße gegen Bewährungsauflagen wegen früherer Sexualdelikte an Kindern vorgeworfen, darunter die Herstellung von kinderpornografischem Material.

Während der Vernehmung gab Skrinjar den Behörden gegenüber an, seine thailändische Partnerin sei etwa zwei Jahre zuvor nach Thailand zurückgekehrt. Da er nicht legal reisen konnte, verließ er Australien heimlich mit einem kleinen Boot und navigierte rund fünf Monate lang allein, bevor er einen Hafen in der Provinz Prachuap Khiri Khan erreichte. Er behauptete, das Boot gegen eine monatliche Gebühr von etwa 10,000 Baht in einem Yachthafen angedockt zu haben.
Die Polizei beschlagnahmte elektronische Geräte, darunter einen Laptop, den Skrinjar während der Razzia mutmaßlich zu beschädigen versuchte. Die thailändischen Behörden ermitteln zu seiner gesamten Reiseroute, möglichen Komplizen und Verstößen gegen das Einwanderungsrecht. Er befindet sich weiterhin in Haft; die weiteren rechtlichen Schritte, einschließlich seiner wahrscheinlichen Abschiebung nach Australien, stehen bevor.

Dieser Fall verdeutlicht die anhaltenden Bedenken hinsichtlich der grenzüberschreitenden Mobilität registrierter Sexualstraftäter, insbesondere in Südostasien. Skrinjar hatte bereits Anfang 2024 versucht, mit einem Boot von Australien nach Papua-Neuguinea zu fliehen, um von dort nach Thailand zu gelangen, wurde jedoch damals festgenommen.
Thailändische Medien und Kommentatoren bezeichneten den Vorfall als „sehr besorgniserregendes Zeichen“ und wiesen auf die extremen Maßnahmen zur Umgehung von Beschränkungen hin, die auf mangelnde Impulskontrolle hindeuten, wie sie häufig bei Wiederholungstätern beobachtet wird. Thailand verfolgt eine „Null-Toleranz“-Politik gegenüber transnationalen Kriminellen und Kinderschändern im Rahmen von Initiativen, die eine enge Zusammenarbeit mit der australischen Bundespolizei (AFP) vorsehen.

Die Behörden mahnen zur Wachsamkeit und zur fortgesetzten internationalen Zusammenarbeit, um Personen zu überwachen und festzunehmen, die eine Gefahr für gefährdete Bevölkerungsgruppen darstellen.



