Pattaya, Thailand – 9. Januar 2026
Thailändische Behörden haben gemeinsam mit der südkoreanischen Polizei in Pattaya zwei chinesische Staatsangehörige festgenommen, darunter einen, der per Interpol-Fahndungsersuchen (Red Notice) wegen mutmaßlicher Beteiligung an einem transnationalen Betrugsfall im Zusammenhang mit Menschenhandel und dem tödlichen Angriff auf einen südkoreanischen Studenten gesucht wurde.
Der Hauptverdächtige, der nur als Herr Ham (koreanischer Name) oder Herr Xian, ein chinesischer Staatsbürger, identifiziert wurde, wurde in einer Wohnung in Pattaya festgenommen. Gegen ihn liegt eine Interpol-Fahndungsnotiz (Red Notice) wegen verschiedener Delikte vor, darunter das Anlocken von Personen ins Ausland, Nötigung, Einschüchterung und Zwangsarbeit. Die Behörden werfen ihm vor, eine Schlüsselrolle in einem grenzüberschreitenden Callcenter-Betrugsnetzwerk gespielt zu haben. Dieses Netzwerk rekrutierte Opfer mit falschen Jobangeboten, beschlagnahmte ihre Pässe bei der Einreise in ein Nachbarland, bedrohte sie, um ihre Flucht zu verhindern, und zwang sie, in betrügerischen Machenschaften mitzuarbeiten oder Bankkonten als Strohmänner zu missbrauchen.
Das Netzwerk soll außerdem mit dem gewaltsamen Überfall und Tod eines südkoreanischen Studenten in einem Nachbarland in Verbindung stehen. Anschließend soll Herr Xian nach Thailand geflohen sein, um einer Verhaftung zu entgehen.
Bei der Razzia in demselben Haus wurde ein zweiter chinesischer Staatsbürger, Herr Chen, festgenommen, nachdem er Anzeichen von Drogenkonsum gezeigt hatte. Ein freiwilliger Urintest bestätigte das Vorhandensein von Methamphetamin (allgemein bekannt als „Ice“), und er gab den Konsum der Droge zu. Ihm wird der Besitz und Konsum einer Droge der Kategorie 1 vorgeworfen.
Bei einer dritten chinesischen Person, die sich auf dem Grundstück aufhielt, gab es keine unmittelbaren Anzeichen für ein Fehlverhalten, sie wird jedoch wegen möglicher Verbindungen zum Betrugsnetzwerk weiter untersucht.

Die Operation entstand aus dem Informationsaustausch zwischen dem thailändischen Anti-Cyber-Scam-Zentrum (ACSC), dem Zentralen Ermittlungsbüro (CIB) und südkoreanischen Behörden mit dem Ziel, transnationale Verbrechersyndikate zu zerschlagen, die Thailand als Versteck nutzen.
Herr Xian wurde zur Durchführung des Auslieferungsverfahrens an die Staatsanwaltschaft im Referat für internationale Angelegenheiten überstellt. Herr Chen wurde wegen Drogendelikten an die Ermittler der Polizeistation Nong Prue in Chonburi übergeben.
Die thailändische Polizei gab an, dass bei der ersten Durchsuchung keine Hinweise auf Betrugsaktivitäten mit Opfern in Thailand gefunden wurden, die Ermittlungen zur Zerschlagung solcher Netzwerke, die das Land als sicheren Zufluchtsort ausnutzen, jedoch fortgesetzt werden.



